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>>Stuttgart untersagt ESL-Wettbewerb:
Angesichts des Amoklaufs im baden-württembergischen Winnenden hat die Stadt Stuttgart ein für Freitag geplantes Computerspiel-Turnier der ESL untersagt. - Was natürlich für unbehagen bei Turtle Entertainment sorgt,- vor allem weil die Stadt ihnen eine Mitschuld an der Absage geben will.

Die Stadt Stuttgart hat ein für diesen Freitag angekündigtes E-Sport-Turnier der ESL-Liga untersagt. "Angesichts der Ereignisse und des schrecklichen Amoklaufs in Winnenden und Wendlingen", so der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) in einer Pressemitteilung, "können wir eine solche Veranstaltung derzeit in unserer Stadt nicht akzeptieren."

Am Spielverbot habe aber auch der Veranstalter Turtle Entertainment Mitschuld. Der kam angeblich der Bitte nach einem pietätvollen Umgang mit dem Amoklauf nicht nach, wollte die Turnierspiele "Counter-Strike 1.6" und "Counter-Strike: Source" nicht durch harmlose Strategiespiele ersetzen. Für noch mehr schlechte Luft sorgte in Stuttgart auch ein Interview des "Stuttgarter Wochenblatts" mit dem Turtle-Sprecher und Jugendschutzbeauftragten Ibrahim Mazari. Der erklärte darin im Vorfeld der Spiele: "Der Ablauf wird wie gewohnt stattfinden. Eine Schweigeminute ist nicht geplant." Ein Zusammenhang zwischen Amoklauf und professionellem E-Sport bestehe "in keinster Weise".

Jörg Klopfer von der Stuttgarter Veranstaltungsgesellschaft "in.Stuttgart" wirft den Verantwortlichen des E-Sport-Turniers vor, mit einem abgeänderten Programm auch eine Chance verstreichen lassen zu haben, "zu zeigen, wie vielfältig die Computerspielwelt auch sein kann". Vorwürfe, einseitig gegen Computerspieler vorzugehen, will er nicht gelten lassen: Eine Waffenbörse in Sindelfingen habe man - nach juristischen Schritten der Betreiber unwirksam - versucht zu untersagen, eine für April anstehende Waffenbörse in Stuttgart werde hoffentlich auch nicht stattfinden, einige Waffenbesitzer hätten bereits ihre Waffen beim Land abgegeben.

Der Entschluss der Stuttgarter, das ESL-Turnier abzusagen, betrifft aber auch das Aufklärungsprojekt Eltern-Lan, an dem die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt ist. Inmitten der professionellen Turnierspieler hätten in Stuttgart besorgte Eltern die Chance gehabt, einmal selbst die Hand an die Maus zu legen und Renn-, Strategie- und Ballerspiele "im authentischen Game-Kontext" kennenzulernen, so Arno Busse von der BpB.

In einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme widerspricht der Turnierveranstalter Turtle Entertainment der Darstellung seitens der Stadt Stuttgart: "Der Dialog über eine Verschiebung der Veranstaltung oder die Verwendung anderer Spiele wurde von der Stadt nicht gesucht, obwohl Turtle Entertainment jederzeit dialogbereit und lösungsorientiert war und ist. Wir bedauern die Absage, denn der Event und die vorgelagerte Eltern-Lan wären eine ideale Möglichkeit gewesen, sich differenziert mit dem Thema Computerspiele als Teil unserer heutigen Jugendkultur auseinanderzusetzen und die Mediennutzung junger Menschen zu thematisieren und zu diskutieren."


Quelle: Spiegel


Geschrieben von dobi
am Mittwoch den 25. März 2009 um 08:07:31 Uhr

 
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Re: Stuttgart untersagt ESL-Wettbewerb (Punkte: 1)
von Tali auf Donnerstag den 26. März 2009 um 09:48:59 Uhr
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Das zeigt wieder mal, dass in Städträten nur verbohrte alte Säcke sitzen, die ein Problem mit Geschichtsbewältigung haben...