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>>Gier ohne Maß - Die Kleinen sind wieder die Dummen:
Im Siemens-Konzern kriselt es, doch die Manager wollen 30 Prozent mehr Gehalt. Das ist dreist.

Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer mag ein gespanntes Verhältnis zu seinem Nachfolger haben. Einen großen Wunsch aber wollte er Klaus Kleinfeld nicht abschlagen: Nach drei Jahren ohne Gehaltserhöhung lägen die Bezüge der Vorstände im Vergleich mit anderen Dax-Konzernen nur im unteren Mittelfeld, hat Pierer befunden.

Der Konzern reagierte schnell, um solches "Unrecht" aufzufangen: Um satte 30 Prozent sollen die Gehälter zum neuen Geschäftsjahr steigen.

Der komplette Kommentar und die Reaktionen von Gewerkschaften und Politik unter mehr

Nicht zum ersten Mal beweisen Spitzenmanager in Deutschland wenig Gespür für den Umgang mit ihren Beschäftigten. Bei Siemens aber grenzt die neue Großzügigkeit an Dreistigkeit.

Das Management hat einen radikalen Umbau eingeleitet, der in der Geschichte des Konzerns seinesgleichen sucht.

Klischee bedient

In den Krisensparten Kommunikation und dem IT-Dienstleister SBS müssen Tausende Beschäftigte gehen. Von Tausenden anderen verlangt die Führung umfangreiche Opfer, vor allem Einschnitte beim Gehalt.

Einbußen vom Fußvolk verlangen und gleichzeitig üppige Gehaltssteigerungen im Topmanagement durchpeitschen - mühelos bedient der Vorstoß das Klischee vom gierigen Manager, der sich selbst am nächsten ist.

Dabei zählen die Vorstände von Siemens, einem der größten und wichtigsten Konzerne in Deutschland, tatsächlich in den Kategorien des Internationalen Managements nicht zu den Spitzenverdienern. Konzernchef Klaus Kleinfeld bringt es auf ein Drittel des Gehalts von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Für einen derart üppigen Gehaltssprung ist das aber kein Grund. Denn höhere Einkommen lassen sich nur mit höherer Leistung begründen.

Davon kann im Fall Siemens aber keine Rede sein. Die Entwicklung des Unternehmens rechtfertigt die geplanten Einkommenssprünge für die Manager in keiner Weise. Der Dax entwickelte sich in den vergangenen drei Jahren viermal besser als die Siemens-Aktie.

Wieder versagt

Auch der Firmenwert entwickelte sich nur mäßig. Im europäischen Vergleich landete Siemens hier abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Noch mehr Fragen aber wirft auf, warum der Konzern die Vorstandsgehälter ausgerechnet vor der geplanten Verkleinerung des Gremiums in den nächsten Monaten so massiv anheben will.

Damit kommen nämlich auch jene Vorstände noch in den Genuss höherer Gehälter und Pensionsansprüche, die das Desaster in den Krisensparten mitverantwortet haben.

Das Management hätte gut daran getan, mit einer Gehaltserhöhung auf gute Zahlen zu warten. Der Vorwurf an die Kritiker, es gehe mal wieder nur um eine Neiddebatte, die die Deutschen so gerne führten, greift zu kurz.

Hinter dem Ärger der Mitarbeiter, die erst vor Tagen von Gehaltseinbußen erfahren haben, steckt ein anderes, viel wichtigeres Signal: der Wunsch nach glaubwürdiger Führung. In Zeiten des Umbruchs Orientierung zu geben - die Wirtschaftselite in Deutschland versagt darin ein ums andere mal.



Die Antwort der IG- Metall

München - Die geplante 30-prozentige Gehaltserhöhung für die Siemens-Vorstände stößt bei der IG Metall auf scharfe Kritik. Angesichts der Tatsache, dass der Konzern unter anderem bei der IT-Tochter SBS die Personalkosten drastisch senken wolle, sei der Aufschlag "maßlos und unverschämt", sagte der Chef der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer. Ein Siemens-Sprecher hatte am Wochenende die geplante Erhöhung der Vorstandsbezüge bestätigt. Außerdem sollen die Vorstandsbezüge künftig häufiger als alle drei Jahre überprüft werden.

"Ihren Beschäftigten predigen die Siemens-Manager Wasser, während sie selber ihre Weinvorräte kräftig aufstocken", sagte IG-Metall-Chef Neugebauer.
Der Vorstand dürfe sich nicht wundern, wenn die Gehaltserhöhung bei der nächsten Tarifrunde als Steilvorlage benutzt werde. Die Pläne belasteten auch die weiteren Gespräche über Einsparungen bei SBS, wo Siemens die Personalkosten um rund 100 Millionen Euro senken will, und bei der Tochter Siemens Fujitsu Computers, bei der rund 300 Stellen wegfallen und die Arbeitszeit verlängert werden soll. Neugebauer warf dem Konzernvorstand "ein seltsames Verständnis von Globalisierung" vor: "Managergehälter wie in den USA, Unternehmenssteuern wie in Zypern und für die Beschäftigten Gehälter wie in China."



Reaktionen der Politik

Hamburg - "Ich kann nicht nachvollziehen, wenn einerseits Arbeitnehmern immer wieder Opfer abverlangt, mit Massenentlassungen gedroht oder diese sogar durchgeführt werden, andererseits gleichzeitig Vorstandsgehälter um zweistellige Prozentsätze angehoben werden. Ich halte dies für verwerflich und geschmacklos", erklärte Saarlands Ministerpräsident Peter Müller (CDU) dem Blatt.

Auch andere Spitzenpolitiker von SPD und zeigten sich empört: "Es ist instinktlos, wenn die Gehälter des Siemens -Vorstandes um 30 Prozent angehoben werden. Und das in Zeiten, da es vielen Menschen darum geht, das Überleben mit einem Mindestlohn zu sichern", sagte auch SPD-Fraktionschef Peter Struck.

SPD-Generalsekretärs Hubertus Heil verlangte: "Verantwortliche Manager dürfen sich nicht immer mehr Geld in die eigene Tasche scheffeln. Ich erwarte, dass sie die von hart arbeitenden Menschen erwirtschafteten Gewinne vor allem in neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze investieren. Im Interesse der Menschen in Deutschland, aber auch im Interesse ihres Unternehmens."




Geschrieben von dobi
am Mittwoch den 20. September 2006 um 09:41:58 Uhr

 
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