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>>Japan plant Entzugscamps für onlinesüchtige Kinder:
Das japanische Bildungsministerium plant die Einrichtung von sogenannten "Fasten-Camps" für onlinesüchtige Kinder und Jugendliche. Durch Entzugstherapien sollen sie wieder in die reale Welt zurückfinden.

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Das japanische Bildungsministerium will "Fasten-Camps" an Schullandheimen und anderen öffentlichen Einrichtungen aufbauen. Dort sollen die Kinder und Jugendlichen keinen Zugang zum Internet bekommen und an Outdooraktivitäten und Mannschaftssportarten teilnehmen. Mit Hilfe von Psychiatern und Psychotherapeuten sollen die Kinder und Jugendlichen wieder in die reale Welt zurückfinden.

"Wir wollen sie rausholen aus der virtuellen Welt und sie ermutigen, echte Kommunikation mit anderen Kindern und Erwachsenen zu haben", sagte der Sprecher des Ministeriums, Akifumi Sekine, in einem Interview mit der britischen Tageszeitung The Daily Telegraph. Nach einer Schätzung des Bildungsministeriums gelten mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren als internetsüchtig. Diese Zahlen ließ die Behörde in einer Umfrage ermitteln, bei der 140.000 Kinder und Jugendliche über ihre Surfgewohnheiten befragt wurden.

Deprimiert oder ängstlich

Bei einer anderen Umfrage, die eine japanische Expertengruppe durchführte, wurde bei 8,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine potenzielle Internetsucht festgestellt. Dabei wollten die Forscher herausfinden, wie viele der Befragten mehr als fünf Stunden pro Tag online sind und welche Auswirkungen das auf die Betroffenen hat.

Die Befragung basierte auf einem Test, den der amerikanische Psychiater Kimberly Young entwickelte. Der Test enthält acht Fragen, zum Beispiel, ob sich der Befragte deprimiert oder ängstlich fühlt, wenn er die Internetnutzung beendet. Die Symptome der potenziell Internetsüchtigen äußerten sich dadurch, dass die Betroffenen Probleme beim Einschlafen hatten, weniger als sechs Stunden geschlafen haben und sich schlecht ernährten.

In Deutschland kein Krankheitsbild

In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es unterschiedliche Auffassungen, ob die Internetsucht ein eigenständiges Krankheitsbild darstellt. In den Vereinigten Staaten hat die American Psychiatric Association die sogenannte Internet Gaming Disorder als eigenständiges Störungsbild anerkannt. Der Drogenbericht der Bundesregierung enthielt 2009 erstmals ein eigenes Kapitel zur Onlinesucht.

Eine vom Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebene Studie aus dem Jahr 2011 kommt zu dem Ergebnis, dass ein Prozent der 14- bis 64-Jährigen als internetabhängig einzustufen ist. Mit mindestens vier Stunden Onlinezeit gelten 4,6 Prozent der Befragten als problematische Internetnutzer. Deutsche Krankenkassen erkennen die Internetsucht bisher nicht als Krankheitsbild an und übernehmen daher auch keine Behandlungskosten. Betroffene können sich aber an telefonische Suchtberatungen und Selbsthilfegruppen als erste Anlaufstellen wenden.■

Quelle: pc-newsticker.de


Geschrieben von odo
am Montag den 02. September 2013 um 12:27:38 Uhr

 
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